Was passiert, wenn eine Wurzel frisch aus der Schablone kommt? Sie ist fertig konjugiert in der Er-Form der Vergangenheit! Das ist gleichzeitig unser „Rohbau“. Um nun „ich habe geschrieben“, „du hast geschrieben“ usw. zu erhalten, setzen wir hinten Anhängsel (Suffixe) dran. Diese Suffixe sind wie die Mannschaft auf deinem Schiff – sie sagen uns, wer gerade am Steuer steht.
+++++++ Die Er-Form der Vergangenheit hat kein Suffix, das ist ja unser Rohbau – direkt aus der Schablone! ++++++++
Hier nun die Personalpronomen und die daraus abgeleiteten Suffixe, die an die Verbform hinten dran kommen.
Einmal lernen, überall nutzen: Diese Suffixe gelten für alle sieben Schablonen! Ob Katavti (Pa’al) oder Hichtavti (Hif’il) – das Heck bleibt immer gleich! Bei manchen Wurzeln gibt es kleine Sonderregeln: Ein Vokal kann sich verändern oder ein Wurzelbuchstabe verhält sich etwas eigenwillig. Aber keine Panik – diese Ausnahmen folgen meist festen Mustern.
Was beim Sprechen auffällt, ist, dass die männliche Du-Form weiblich klingt, da sie ein „a“ am Ende hat: katavta. Und die Sie-Form (Einzahl) hat auch ein „a“ am Ende: katva. Die beiden können beim Hören anfangs leicht verwechselt werden.
Wie du in der Tabelle siehst, sehen „Du“ (männlich) und „Du“ (weiblich) in der unvokalisierten Schreibweise (ohne Punkte) absolut identisch aus: כתבת. In der Regel verrät dir der Kontext sofort, wer gemeint ist. Wenn du es beim Lesen in der punktierten Variante aber ganz genau wissen willst, schaust du dir das letzte ת (Tav) an. Beim Mann kriegt es ein Vokalzeichen verpasst, das wie ein kleines T ausseht – das sogenannte Kamatz. Dieses Zeichen steht für den A-Laut:
כתבתָ = Katavta (Du hast geschrieben – männlich)
כתבת = Katavt (Du hast geschrieben – weiblich. Hier bleibt das Tav am Ende völlig nackt und stumm!)
Ohne Stützräder (Nikud) sehen im Alltag beide Wörter exakt gleich aus: כתבת. Dein Gehirn liest das einfach ganz entspannt aus dem Satzzusammenhang!
Die Vergangenheit nehmen wir noch ganz ausführlich durch. Dieses Kapitel soll Dich erstmal etwas "sensibilisieren" und es soll dir zeigen, wie das Wurzel-Binyan-Zeit-System funktioniert.
Die Zukunft funktioniert nach demselben Prinzip, allerdings mit „Voranhängseln“, sogenannten Präfixen. Die Gegenwart ist noch einfacher! Und die behandeln wir auf der nächsten Seite!
Wir möchten aus der Wurzel כ-ת-ב das Verb „ich habe geschrieben“ basteln. Hier passt die Pa'al-Schablone. Zuerst tauschen wir die Platzhalter פעל gegen unsere כ-ת-ב-Wurzel aus und erhalten den Rohbau: KaTaV (Er schrieb). Jetzt kommt das „Anhängsel“ für die Ich-Form (תִּי / -ti) hinten dran. Und da Striche und Punkte auf hoher See für uns völlig überflüssig sind, löschen wir sie im Alltag einfach weg. Übrig bleibt dein perfekt konjugiertes Verb: כתבתי.
Du siehst unter dem כ ein Kamatz und unter dem ת ein Patach. Beide Vokalzeichen - kleiner Strich (Patach) und das kleine T (Kamatz) – stehen im modernen Hebräisch für ein ganz normales, knackiges A.